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Ich arbeite nicht im Handwerk, habe aber oft das gleiche Problem. Ein paar meiner Erfahrungswerte dazu:
- Mache ich es nicht strikt nach Anweisung / Vorschrift gibt es Anschiss. Mitunter arbeitsrechtliche Konsequenzen. Ich muss fürchten, dass es mich teuer zu stehen kommt. Bürokratie und Vorschriften > Denken. Mache ich es nach Vorschrift falsch, kann ich da nichts für, alles ist gut. Mich beschleicht der Verdacht, dass diese Mentalität von Dienst nach Vorschrift, wer mitdenkt bekomt ärger weil die Vorschrift das höchte Gut ist tief in der deutschen Kultur verankert ist.
- Sprichst du Verbesserungsmöglichkeiten an, fühlt sich der Chef in seiner Unfehlbarkeit angegriffen.
- Wir stellen Projektanträge, die schon aus logischen Grundsätzen heraus unmöglich sind. Müssen wir aber tun, weil nur die Projektanträge genehmigt werden, die die höchsten und leuchtkräftigsten Ziele verkünden. Spielst du das Spiel nicht mit, gibt es jemand andren, der mehr Unsinn verspricht und dann den Zuschlag bekommt. Die Entscheider haben keine Ahnung von Technik, sondern haben ihre Kompetenzen in der Kenntnis der (extrem umfangreichen) Regelwerke.
- Die gesellschaftliche Akzeptanz von "Ich kann das nciht machen, dass musst du machen". Dieser Punkt ist etws komplizierter. Ich muss mich permanent mit viel Mühe in neue Themengebiete einarbeiten, weil jemand im Organisationsbereich durchgesetzt hat, dass sie diese Aufgabe ja garnicht machen könnten. Und ich bin ja schließlich Ingeniuer. Ich muss das ja können. Oder lernen können. Beispiele wären z.B. Dienstreisen: Die Dienstreiseabteilung kann mir leider keine Dienstreise buchen. Stattdessen muss ich sie selber buchen, vorher alles auslegen und nach der Dienstreise prüfen sie, ob sie irgendwo etwas finden konnten was irgendwie billiger gewesen wäre. Können sie etwas finden kriege ich mein Geld nicht oder nciht vollständig zurück. Ich musste also selber lernen, wo man den besten Deal herbekommen, welche Rabattverträge die Firma mit wem hat, welcher Dienstleister sich in der Lage sieht welche Kundenanschriften auf die Rechnung zu drucken und welche Regulatorien welche Art der Adresse (Privatanschrift vs. Hautfirmensitz vs. Verwaltungssitz) erfordern. Für die letzte Dienstreise habe ich in über 3 Wochen Arbeitszeit 27 Formulare ausgefüllt. Gab dann Anschiss, weil ich einen Bon mit Tesa statt mit Prittstift auf das per Regulatorium erforderliche A4 Blatt aufgeklebt habe und es gelocht war. Da gab es for x Jahren mal eine EMail zu! Denn wenn ich nciht alles exakt rictig mache passt es nciht mehr in den Workflow der Reisekostenabteilung die die können soetwas wie Bons aufkleben und Scannen auch nicht selber erledigen. Haben sie beim Chef durchgesetzt, denn das wäre ja nur eine Kleinigkeit, die jeder eben shcnell selber machen kann. Ja - wenn man alle 17645 Vorschriften, die es dafür gibt und über die letzten 15 Jahre irgednwann mal in irgendeiner Email erwähnt wurden im Kopf hat. Wer neu eingestellt wurde? Tja. Pech. Ist aber kein Problem, Wir sagen ihm dann, dass etwas falsch ist und er nochmal gucken muss was das wohl ist. Er kann ja Kollegen fragen. Dann macht er das nochmal. So lange bis alles richtig ist.
Auf die gleiche Weise bin ich inzwischen auch ein halber Experte im Patentrecht gworden. Denn obwohl wir Patentanwälte und eine Patentabteilung bezahlen - Ich muss alles selber vorformulieren, Formulierungsvorschläge machen, Verträge prüfen. Am Ende ists das lustige Spiel vom Umherschieben der Verantwortung. Ins Copyright-Recht habe ich mich auch eingearbeitet, denn die PR-Abteilung hatte leider keine Ahnung davon. Und das ist auch zu kompliziert, sie verstehen das nicht. Artikel können sie auch nicht selber schreiben, das müssen die Ingenieure machen. Denn sie verstehen ja nicht, was wir in der Firma überhaupt tun. Dafür gibts dann hinterher Ärger, wenn ich nicht genug der Buzzwords verwende oder die Formulierung der Sätze nicht der Cooperate-ID entsprechen. Und ich soll Publikationsverträge als Privatperson unterzeichnen. "Das haben alle anderen bisher aber doch auch machen können und da gab es nie Probleme mit!" Immer schön das Risiko auf andere und aus der Firma raus schieben.
Die Liste könnte ich ewig fortsetzen.

Ende vom Lied: Nach spätestens 10 Jahren Kampf gegen Windmühlen ist jeder einfach weichgekocht. Man beginnt das so hinzunehmen, zuckt die Schultern und stellt felst, dass man wesentlich weniger Probleme hat, wenn man Unsinn nach Vorschrift macht und freut sich dann, dass man für den Blödsinn bezahlt wird und dass das Gehalt aufm Konto landet. Gewissermaßen tauscht man etwas Moralempfinden bzw. Pride Of Workmanship für wesentlich weniger Stress im Leben ein. Hat man sich ersteinmal damit arrangiert, nimmt man auch viel weniger Stress mit nach Hause. Die Lebensqualität steigt erheblich. Und das ist unheimlich viel Wert. Es ist die viel besser Wahl, in der Freizeit jemand zu sein, der nach logischen, sachlichen und moralischen Maßstäben handelt oder auch einfach nur mal so freundlich ist, ohne das direkt aufrechnen zu müssen, statt das an einer Stelle anwenden zu wollen, wo das gar nciht gewünscht ist.

My 2 cents. Zurück zum Spaßprogramm :D

Also mich würde echt Interessieren (und das ernsthaft), warum Arbeiter Ihre Arbeit gegen jede Vernunft genauso erledigen, wie es geplant ist. Obwohl Ihnen zu 100 % bewusst sein muss, dass es so nicht richtig sein kann.
In erster Linie, um herauszufinden, wie sich dieses Verhalten verhindern lässt. Ein Thema das gefühlt immer häufiger auftritt. Vielleicht gibt es dazu bereits sogar eine Wissenschaftliche Arbeit.
Dazu einige Thesen die auch in Kombination verantwortlich sein können:
1.) Absolute Gleichgültigkeit von Leistung und Arbeit: Der Arbeiter kann sich zu keiner Zeit mit seiner Arbeit Identifizieren. Er verspürt weder stolz noch andere positive Empfindungen gegenüber der Leistung die er erbracht hat.

2.) Andere Empfindung von korrekt ausgeführter Arbeit: Der Arbeiter empfindet die Ausführung der Arbeit als korrekt, wenn sie der Planung und den Vorgaben entspricht. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Arbeit Sinnvoll oder Logisch-Richtig ist.

3.) Zwang die Arbeit zu erledigen: Die Arbeit kann nur abgeschlossen werden, wenn Sie nicht korrekt ausgeführt wird. Es wird in kauf genommen schlecht gearbeitet zu haben, aber dafür „Fertig“ zu sein.
3.1Das kann zum einen vom Arbeiter ausgehend die Sorge sein, nicht rechtzeitig Feierabend machen zu können oder das eine andere dringende Arbeit erst dann angefangen werden kann, wenn jetzige erledigt ist.
3.2Aus Arbeitgebersicht kann es unter Umständen vertragliche Ursachen haben. Zum Beispiel wenn die Rechnungsstellung vertraglich erst bei vollständiger Beendigung der Arbeit vereinbart wurde. Da kann es für das Unternehmen besser sein, 1000 bis 2000€ für die Beseitigung des Mangels auszugeben, aber dafür die Rechnung für den Auftrag von beispielsweise 300k€ für einen Parkplatz bezahlt zu bekommen.

4.) Gehässigkeit: Absichtliches ausführen der Arbeit um dem Planer/Verantwortlichen die Schuld zuweisen zu können.

5.) Hinterlistigkeit: Absichtliches ausführen der Arbeit um dem Planer/Verantwortlichen die Schuld zuweisen zu können, in der Hoffnung, dem Planer die Mehrkosten in Rechnung stellen zu können, wenn Planer und ausführendes Unternehmen nicht das gleiche sind.

Auch wenn die Sache erstmal nach einem Einzelfall aussieht. Würde es sich gesamtwirtschaftlich Lohnen die wirklichen Gründe für so etwas zu erforschen um gezielt dagegen wirken zu können.
Und wie extrem dieses „unscheinbare“ Problem sein kann, sehen wir am Beispiel des Berliner Flughafens. Neben der offensichtlich unzureichenden Qualifikation der Planer dieses Projektes, gehören auch Ausführende Unternehmen denen bewusst sein musste, dass die Arbeit, die sie da gerade machen, nicht Korrekt ist. Im Fall des BER ist also klar von Punk 5 auszugehen. Zusätzlich könnten die Ausführenden Unternehmen mit einer Zeitlichen Komponente aus Punkt 3 dazu gezwungen worden sein die Arbeit Fertig zu stellen, da es sonst kein Geld gibt.

Ein unscheinbares aber doch irgendwie spannendes Thema, was auf Staatlicher Ebene den Steuerzahler Milliarden kosten kann.

Vielleicht habt Ihr ja noch andere Ansätze für die Ursache(n)? und vielleicht hat jemand sogar eine Wissenschaftliche Arbeit zu diesem Thema zur Hand.

Kommentare

Ganz einfach: clipping!

Also mich würde echt Interessieren (und das ernsthaft), warum Arbeiter Ihre Arbeit gegen jede Vernunft genauso erledigen, wie es geplant ist. Obwohl Ihnen zu 100 % bewusst sein muss, dass es so nicht richtig sein kann.
In erster Linie, um herauszufinden, wie sich dieses Verhalten verhindern lässt. Ein Thema das gefühlt immer häufiger auftritt. Vielleicht gibt es dazu bereits sogar eine Wissenschaftliche Arbeit.
Dazu einige Thesen die auch in Kombination verantwortlich sein können:
1.) Absolute Gleichgültigkeit von Leistung und Arbeit: Der Arbeiter kann sich zu keiner Zeit mit seiner Arbeit Identifizieren. Er verspürt weder stolz noch andere positive Empfindungen gegenüber der Leistung die er erbracht hat.

2.) Andere Empfindung von korrekt ausgeführter Arbeit: Der Arbeiter empfindet die Ausführung der Arbeit als korrekt, wenn sie der Planung und den Vorgaben entspricht. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Arbeit Sinnvoll oder Logisch-Richtig ist.

3.) Zwang die Arbeit zu erledigen: Die Arbeit kann nur abgeschlossen werden, wenn Sie nicht korrekt ausgeführt wird. Es wird in kauf genommen schlecht gearbeitet zu haben, aber dafür „Fertig“ zu sein.
3.1Das kann zum einen vom Arbeiter ausgehend die Sorge sein, nicht rechtzeitig Feierabend machen zu können oder das eine andere dringende Arbeit erst dann angefangen werden kann, wenn jetzige erledigt ist.
3.2Aus Arbeitgebersicht kann es unter Umständen vertragliche Ursachen haben. Zum Beispiel wenn die Rechnungsstellung vertraglich erst bei vollständiger Beendigung der Arbeit vereinbart wurde. Da kann es für das Unternehmen besser sein, 1000 bis 2000€ für die Beseitigung des Mangels auszugeben, aber dafür die Rechnung für den Auftrag von beispielsweise 300k€ für einen Parkplatz bezahlt zu bekommen.

4.) Gehässigkeit: Absichtliches ausführen der Arbeit um dem Planer/Verantwortlichen die Schuld zuweisen zu können.

5.) Hinterlistigkeit: Absichtliches ausführen der Arbeit um dem Planer/Verantwortlichen die Schuld zuweisen zu können, in der Hoffnung, dem Planer die Mehrkosten in Rechnung stellen zu können, wenn Planer und ausführendes Unternehmen nicht das gleiche sind.

Auch wenn die Sache erstmal nach einem Einzelfall aussieht. Würde es sich gesamtwirtschaftlich Lohnen die wirklichen Gründe für so etwas zu erforschen um gezielt dagegen wirken zu können.
Und wie extrem dieses „unscheinbare“ Problem sein kann, sehen wir am Beispiel des Berliner Flughafens. Neben der offensichtlich unzureichenden Qualifikation der Planer dieses Projektes, gehören auch Ausführende Unternehmen denen bewusst sein musste, dass die Arbeit, die sie da gerade machen, nicht Korrekt ist. Im Fall des BER ist also klar von Punk 5 auszugehen. Zusätzlich könnten die Ausführenden Unternehmen mit einer Zeitlichen Komponente aus Punkt 3 dazu gezwungen worden sein die Arbeit Fertig zu stellen, da es sonst kein Geld gibt.

Ein unscheinbares aber doch irgendwie spannendes Thema, was auf Staatlicher Ebene den Steuerzahler Milliarden kosten kann.

Vielleicht habt Ihr ja noch andere Ansätze für die Ursache(n)? und vielleicht hat jemand sogar eine Wissenschaftliche Arbeit zu diesem Thema zur Hand.

Nunja... aber die Asymmetrie hat schon ihren Reiz, wenn man lange genug hinguggt.

....warum werden Radwege gebaut wo es keine Radfahrer gibt? - warum Brücken wo es keinen Verrkehr gibt, warum Aussichtstürme wo es keine Fußgänger gibt?

Die Antwort ist immer die gleiche, Beamte bei der Stadt die das beantragte und bewilligte Geld unterbringen mussten weil es sonst im nächsten Jahr für so einen Blödsinn kein Geld mehr geben würde. crying Wir haben hier im Ort tolle "Bedarfsampeln" yes

Was war zuerst da, das Ei oder das Huhn? Wenn ich keine Brücke habe, habe ich logischerweise keinen Verkehr? Wenn ich keine Radwege baue, kauft sich niemand ein Fahrrad. Wenn ich keine Attraktionen baue, kommt niemand... . Die Antwort ist also die folgende: Manche Menschen planen etwas für die Zukunft. Das klappt häufig nicht so wie gedacht. Andere Menschen planen gar nichts. Das klappt in der Regel immer: Nichts passiert. wink  Bei den Ampeln geb ich Dir allerdings recht.

Ganz so einfach ist es nicht immer. Vielfach wird z.B. in der Nachbargemeinde ein Projekt durchgeführt und gefeiert, weil es Sinn macht oder Geld bringt, aber vor allem Prestige. Ein Beispiel waren die vielen Müllverbrennungsanlagen, die keiner brauchte.

Und erinnert sich noch jemand an die Zeit ohne diese gefühlte 1 Mio Kreisel? Viele sicher gut geplant und genial zur Verkehrssicherung. Aber mindestens genau so viele Schwachsinnige. Wobei ich den lustigsten Kreisel auf Sardinien gesehen habe. Mitten im Wald und ohne weitere Abzweigung. Als ob da dauernd gewendet würde. Hat wahrscheinlich mal ein Bürgermeister sein Butterbrot veressen... cool

6.) persönliche vendetta am letzten arbeitstag

Ich arbeite nicht im Handwerk, habe aber oft das gleiche Problem. Ein paar meiner Erfahrungswerte dazu:
- Mache ich es nicht strikt nach Anweisung / Vorschrift gibt es Anschiss. Mitunter arbeitsrechtliche Konsequenzen. Ich muss fürchten, dass es mich teuer zu stehen kommt. Bürokratie und Vorschriften > Denken. Mache ich es nach Vorschrift falsch, kann ich da nichts für, alles ist gut. Mich beschleicht der Verdacht, dass diese Mentalität von Dienst nach Vorschrift, wer mitdenkt bekomt ärger weil die Vorschrift das höchte Gut ist tief in der deutschen Kultur verankert ist.
- Sprichst du Verbesserungsmöglichkeiten an, fühlt sich der Chef in seiner Unfehlbarkeit angegriffen.
- Wir stellen Projektanträge, die schon aus logischen Grundsätzen heraus unmöglich sind. Müssen wir aber tun, weil nur die Projektanträge genehmigt werden, die die höchsten und leuchtkräftigsten Ziele verkünden. Spielst du das Spiel nicht mit, gibt es jemand andren, der mehr Unsinn verspricht und dann den Zuschlag bekommt. Die Entscheider haben keine Ahnung von Technik, sondern haben ihre Kompetenzen in der Kenntnis der (extrem umfangreichen) Regelwerke.
- Die gesellschaftliche Akzeptanz von "Ich kann das nciht machen, dass musst du machen". Dieser Punkt ist etws komplizierter. Ich muss mich permanent mit viel Mühe in neue Themengebiete einarbeiten, weil jemand im Organisationsbereich durchgesetzt hat, dass sie diese Aufgabe ja garnicht machen könnten. Und ich bin ja schließlich Ingeniuer. Ich muss das ja können. Oder lernen können. Beispiele wären z.B. Dienstreisen: Die Dienstreiseabteilung kann mir leider keine Dienstreise buchen. Stattdessen muss ich sie selber buchen, vorher alles auslegen und nach der Dienstreise prüfen sie, ob sie irgendwo etwas finden konnten was irgendwie billiger gewesen wäre. Können sie etwas finden kriege ich mein Geld nicht oder nciht vollständig zurück. Ich musste also selber lernen, wo man den besten Deal herbekommen, welche Rabattverträge die Firma mit wem hat, welcher Dienstleister sich in der Lage sieht welche Kundenanschriften auf die Rechnung zu drucken und welche Regulatorien welche Art der Adresse (Privatanschrift vs. Hautfirmensitz vs. Verwaltungssitz) erfordern. Für die letzte Dienstreise habe ich in über 3 Wochen Arbeitszeit 27 Formulare ausgefüllt. Gab dann Anschiss, weil ich einen Bon mit Tesa statt mit Prittstift auf das per Regulatorium erforderliche A4 Blatt aufgeklebt habe und es gelocht war. Da gab es for x Jahren mal eine EMail zu! Denn wenn ich nciht alles exakt rictig mache passt es nciht mehr in den Workflow der Reisekostenabteilung die die können soetwas wie Bons aufkleben und Scannen auch nicht selber erledigen. Haben sie beim Chef durchgesetzt, denn das wäre ja nur eine Kleinigkeit, die jeder eben shcnell selber machen kann. Ja - wenn man alle 17645 Vorschriften, die es dafür gibt und über die letzten 15 Jahre irgednwann mal in irgendeiner Email erwähnt wurden im Kopf hat. Wer neu eingestellt wurde? Tja. Pech. Ist aber kein Problem, Wir sagen ihm dann, dass etwas falsch ist und er nochmal gucken muss was das wohl ist. Er kann ja Kollegen fragen. Dann macht er das nochmal. So lange bis alles richtig ist.
Auf die gleiche Weise bin ich inzwischen auch ein halber Experte im Patentrecht gworden. Denn obwohl wir Patentanwälte und eine Patentabteilung bezahlen - Ich muss alles selber vorformulieren, Formulierungsvorschläge machen, Verträge prüfen. Am Ende ists das lustige Spiel vom Umherschieben der Verantwortung. Ins Copyright-Recht habe ich mich auch eingearbeitet, denn die PR-Abteilung hatte leider keine Ahnung davon. Und das ist auch zu kompliziert, sie verstehen das nicht. Artikel können sie auch nicht selber schreiben, das müssen die Ingenieure machen. Denn sie verstehen ja nicht, was wir in der Firma überhaupt tun. Dafür gibts dann hinterher Ärger, wenn ich nicht genug der Buzzwords verwende oder die Formulierung der Sätze nicht der Cooperate-ID entsprechen. Und ich soll Publikationsverträge als Privatperson unterzeichnen. "Das haben alle anderen bisher aber doch auch machen können und da gab es nie Probleme mit!" Immer schön das Risiko auf andere und aus der Firma raus schieben.
Die Liste könnte ich ewig fortsetzen.

Ende vom Lied: Nach spätestens 10 Jahren Kampf gegen Windmühlen ist jeder einfach weichgekocht. Man beginnt das so hinzunehmen, zuckt die Schultern und stellt felst, dass man wesentlich weniger Probleme hat, wenn man Unsinn nach Vorschrift macht und freut sich dann, dass man für den Blödsinn bezahlt wird und dass das Gehalt aufm Konto landet. Gewissermaßen tauscht man etwas Moralempfinden bzw. Pride Of Workmanship für wesentlich weniger Stress im Leben ein. Hat man sich ersteinmal damit arrangiert, nimmt man auch viel weniger Stress mit nach Hause. Die Lebensqualität steigt erheblich. Und das ist unheimlich viel Wert. Es ist die viel besser Wahl, in der Freizeit jemand zu sein, der nach logischen, sachlichen und moralischen Maßstäben handelt oder auch einfach nur mal so freundlich ist, ohne das direkt aufrechnen zu müssen, statt das an einer Stelle anwenden zu wollen, wo das gar nciht gewünscht ist.

My 2 cents. Zurück zum Spaßprogramm :D

Willkommen im Team Egal! Schultern zucken ist oft das Einzige was hilft.

Deine Antwort ist deutlich mehr wert, als 2 cent ^^

Richtig gut!

Ey, Du sprichst mir aus der Seele. cool Und nicht nur mir, wie mir scheint ...

Ich kann noch ergänzen, dass unser Chef, als er uns vor einiger Zeit vor die Nase gesetzt wurde, dauernd versucht, Änderungen bei den Prozessen herbeizuführen, um Zeit und Geld zu sparen. Eigentlich ein hehres Ziel. Selbst nach einigen misslungenen Versuchen bleibt er tapfer und gibt nicht auf. Er hat halt keine Ahnung was wie und warum im Betrieb etwas gemacht wird, so wie es gemacht wird, und ohne mal einen zu fragen, wird er es auch nie erfahren. Bleibt aber Chef ... traurig ...

Ich hoffe doch sehr, diesen langen Text hast du während der Arbeitszeit geschrieben!

Könnte Deinen Kommentar -aus´m Stand- um dreißig DIN-A4 Seiten ergänzen. Luft nach oben. Sei froh, daß Du damit einigermaßen klar kommst, ohne "das Hirn am Werkstor abzugeben".

Kenn ich.

Aber bei so einem Verhalten einer "Dienstreiseabteilung" würde ich die vollkommen auflaufen lassen.

Anschiss !? Wofür ? Dafür das du deinen Job machst und die Trottel ihren.

Die würd ich 1-2 mal mit so einer Aktion auflaufen lassen und mal sehen wo es knallt. Sicher nicht bei dir. Und falls doch haste den falschen Job.

Und von wegen Kollegialität: Ich wäre dort um zu arbeiten, nicht um Freundschaften zu schließen.

Justmy2Cents

@Gradenkov: Du hast was wesentliches überlesen. Er muss vorher die Dienstreise auslegen, d.H. die Dienstreiseabteilung sitzt am längeren Hebel, weil einfach das Geld nicht zurückkommt.  Ich arbeite in einem Konzern, in dem es genauso läuft. Normalerweise ist das Auslegen kein Problem, weil ich eine Kreditkarte mit >30 Tagen Zahlungsziel für die Dienstreiseauslagen verwende, aber manchmal reicht auch das nicht.

Die Art wie die Dienstreiseabteilung dir mitteilt, dass du bei Buchung/Abrechnung etwas falsch gemacht hast, ist dass du den entsprechenden Posten oder alles nicht zurückerstattet bekommst. Also rufst du an, und darfst denen mit Asche auf dem Haupt aus der Nase ziehen, was du falsch gemacht hast.

Z.B. in Honkong Octopuskarte (ÖPNV-Predpaidkarte) gekauft, weil man so bequem günstig und ohne Staus in die Stadt kommt.

Wurde bei der Abrechnung nicht anerkannt weil "Nicht klar ersichtlich, welche Fahrt wohin und ob ich von dem Guthaben evtl. aus privatem Anlass gefahren bin. Seit dem fahre ich Taxi und lasse mir einen Beleg geben. Kostet das 20Fache, aber ich bekomme es zurückerstattet.

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